Temus aggressive Werbung
Die aggressive Werbestrategie von Temu hat sich zu einem weit verbreiteten Phänomen entwickelt, das vor allem auf hoher Frequenz, psychologischen Tricks und enormen Werbeausgaben basiert. Allein im Jahr 2023 sollen rund zwei Milliarden US-Dollar für Werbung ausgegeben worden sein. Nutzer empfinden die Anzeigen auf Plattformen wie YouTube, Instagram und Facebook häufig als aufdringlich und unangenehm.
Gründe, warum die Temu-Werbung so störend ist:
1. Gamification und manipulative Kaufanreize: Durch Glücksrad-Animationen, Countdown-Timer (die oft eine künstliche Dringlichkeit erzeugen) sowie vermeintliche „Geschenke“ werden Nutzer zu spontanen Käufen verleitet.
2. Extreme Werbefrequenz: Die Anzeigen erscheinen überdurchschnittlich häufig und beinhalten oftmals verlockend niedrige Preise für minderwertige Produkte.
3. Psychologische Tricks: Die Werbung vermittelt ein Gefühl wie „Einkaufen wie ein Milliardär“, kombiniert mit FOMO (die Angst, etwas zu verpassen), die durch zeitlich begrenzte Angebote verstärkt wird.
Effektive Gegenmaßnahmen gegen Temu-Werbung:
– Werbeblocker nutzen: Erweiterungen wie uBlock Origin, AdBlock Plus oder Ghostery leisten gute Dienste, um Anzeigen im Webbrowser auszublenden.
– Tracking und Personalisierung deaktivieren:
– Android: Unter Einstellungen > Google > Anzeigen lassen sich personalisierte Werbungen deaktivieren sowie die Werbe-ID zurücksetzen.
– Allgemein: In den Datenschutz-Einstellungen des Smartphones oder Browsers kann die gezielte Ausspielung von Werbung reduziert werden.
– Einstellungen in Social Media anpassen: Auf Plattformen wie Facebook und Instagram können Nutzer Anzeigen über die Optionen (…) ausblenden oder die persönlichen Werbepräferenzen verändern.
– Temu-App entfernen: Da die App oft aggressive Push-Benachrichtigungen verschickt, verringert eine Deinstallation sowohl diese als auch das Datentracking.
– Anzeigen melden: Auf sozialen Netzwerken oder bei Google können irreführende oder unangemessene Anzeigen direkt gemeldet werden.
Kritik von Verbraucherschützern und rechtliche Fragen:
Verbraucherschutzorganisationen haben Temu aufgrund irreführender Werbung und zweifelhafter Geschäftspraktiken bereits abgemahnt. Zudem untersucht die Europäische Kommission mögliche Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA), insbesondere in Bezug auf den Verkauf von illegalen Produkten.
Trotz dieser Maßnahmen bleibt Temus Strategie oft schwer vollständig zu unterbinden, da ständig neues Werbematerial generiert wird. Dies könnte eine vollständige Unterbindung der Anzeigen erschweren, allerdings lassen sich erhebliche Einschränkungen erzielen.